Sonntag, 19. August 2018

Genua - Ein weiterer Zeuge berichtet von einem Knall (Sprengung)

Samstag, 18. August 2018 , von Freeman um 08:00
Nach dem mehr und mehr Überlebende des Brückeneinsturzes in Genua aus dem Spital entlassen werden, kommen ihre Aussagen zu Tage. Im vorhergehenden Artikel hatte ich berichtet: "Zeuge bestätigt eine Explosion an der Brücke in Genua". Am Freitag erzählte der Berufs- fussballer Davide Capello was er erlebte. Er fuhr über die Brücke als er einen Knall hörte und die Strasse unter ihm wegsackte. Als ausgebildeter Feuerwehrmann verstand er sofort, die Brücke wäre am einstürzen.



Capello war an der Mitte der Morandi-Brücke angelangt, erzählte er am Freitag, als "alles, die Welt, zusammenbrach." Der 33-Jährige sagte: "Ich hörte ein lautes Geräusch, einen dumpfen Knall. Ich sah die Stütze der Fahrbahn vor mir zusammenbrechen. Ein Auto vor mir ging runter. Das Auto verschwand in die Dunkelheit vor meinen Augen."

Sein Volkswagen Tiguan stürzte mit der Vorderseite zuerst in die Tiefe und schlug auf, die Airbags öffneten sich rund um ihn. Er sagte, er sah nur noch Grau.

Capello benutzte dann das Touch-Screen-Telefon im Auto, um Kollegen im Notfallzentrum von Savona anzurufen, die Hilfe schickten.

Dann rief er seine Freundin und seinen Vater an, einen pensionierten Feuerwehrmann, der ihm sagte, er solle sofort aussteigen, aus Angst, dass etwas Schweres auf ihn fallen könnte.

Da sich weder die Fenster noch die Türen des Wagens bewegten, löste er seinen Sicherheitsgurt und kletterte durch das Loch im Heck des Wagens, denn das Heckfenster hatte es weggeblasen.

Draussen angekommen, sagte er, "gab es eine irreale Stille."

"Ich bin mit meinen eigenen Beinen ausgestiegen", sagte Capello, der für einen Serie-C-Club in Ligurien spielt. "Ich weiss nicht, ob es noch jemand geschafft hat. Ich wurde durch ein Wunder gerettet."

"Das Auto hat mich beschützt. Ausser Gott hat das Auto auch seinen Job gemacht", sagte er.

Capello wurde am Donnerstag aus dem Spital entlassen, zwei Tage nach dem Zusammensturz. Er sagte, er hätte keine grösseren Verletzungen.

Somit gibt es einen weiteren unmittelbaren Zeugen, der davon berichtet, einen "dumpfen Knall" im Auto gehört zu haben, was von einer Explosion am Pfeiler stammen könnte. Er sah dann wie dieser vor ihm zusammenbrach.

Weitere Zeugen die ein Donnern und einen Knall erlebt haben

Italienische Medien berichten, Zeugen die weiter weg waren hörten auch ein sehr lautes Donnern. Die in Genua ansässige Zeitung "Il Secolo XIX" zitiert einen Familienvater, der sich mit seiner Frau und seinem Kind auf der Zufahrtsstrasse zur Brücke befand, als es zum Einsturz kam. "Wir haben einen sehr lauten Donner gehört und gesehen wie alles einstürzt."

Auch Kilometer von der Brücke entfernt war der Zusammenbruch zu hören. "Am Anfang dachten wir, es wäre ein Donnerschlag, der sehr nahe war, wir haben ein unglaubliches Dröhnen gehört“, sagte einer der Zeugen des Brückeneinsturzes der Agentur Ansa. "Wir wohnen etwa fünf Kilometer von der Brücke entfernt, aber wir haben ein wahnsinniges Krachen wahrgenommen. Wir haben uns sehr erschreckt und grosse Angst gehabt."

Aber meiner Meinung nach der beste Zeuge einer Sprengung ist Piergiorgio, der folgendes erzählte: "Ich sass mit meiner Mutter um halb zwölf im Auto unter unserem Haus fast direkt unter der Brücke, als die Umgebung plötzlich hell aufleuchtete und es einen Knall gab", schildert der 23-Jährige den Beginn des Unglücks.

"Das Komische kam aber erst danach. Denn plötzlich hat das Auto gewackelt. Es sprang sogar leicht nach oben, ich konnte es nicht fassen. ‚Oh verdammt‘, haben ich gerufen, ‚ein Erdbeben‘".

Man beachte, er sagte, zuerst hat die Umgebung der Brücke hell aufgeleuchtet und gleichzeitig gab es einen Knall. Dann bebte die Erde, die seinen Wagen durchschüttelte.

Er beschreibt doch ganz genau die Detonation von Sprengstoff an den Fundamenten der Stütze!!!

So eine Zerstörung nur durch die Erdanziehung???

Das Foto oben zeigt die Trümmer der Brücke auf den Bahngeleisen. Eine Oberleitung ist nicht zu sehen, was einen Lichtblitz durch Kurzschluss ausschliesst.

Das folgende Fotos zeigt einen grossen Haufen Betonbrocken sowie völlig verbogenen Bewehrungsstahl und Armierungseisen. Kann nur die Erdanziehung und der Fall aus 40 Meter so eine Zerstörung anrichten oder hat die explosive Kraft eines Sprengmittel das verursacht?


Die Brücke wurde NICHT vernachlässigt

Antonio Brencich, Professor für Bauwesen an der Universität Genua, hat in einem Interview mit der FAZ der Behauptung der Medien wider- sprochen, die Brücke ist wegen Wartungsmangel zusammengebrochen:

"Diese Brücke wurde bis ins Detail von einem Pool von Experten ersten Ranges überwacht. An Geld hat es nie gemangelt. Es gab ein ständiges Überwachungssystem. Deshalb war das keine vernachlässigte Brücke. Man wusste gut Bescheid über die Alterung der Baumaterialien, gerade deshalb wurde die Brücke gut überwacht. Es gab ständig Instandhaltungsmassnahmen. Deshalb lässt sich sagen, dass die Brücke nicht oberflächlich behandelt wurde. Sicher, irgendetwas hat nicht funktioniert, doch es ist zu früh, um genau zu sagen, woran es gelegen hat.

Das "nicht funktioniert" kann eine bewusste Sprengung gewesen sein.

Der heutige Samstag wurde zu einem nationalen Trauertag in Italien erklärt und es wird ein Staatsbegräbnis auf dem Messegelände der Industriehäfen für diejenigen abgehalten, die in den Tod stürzten. 42 Menschen sollen dabei gestorben sein.

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